Die Geschichte von Sankt Martin für Kinder erzählt – und was Laterne, Martinsfeuer und Martinsgans bedeuten
Warum tragen Kinder am Martinstag Laternen? Und wer war dieser Martin auf dem Pferd? Die Geschichte ist kurz, aber sie bleibt Kindern ein Leben lang im Gedächtnis – vor allem, wenn sie beim Zuhören etwas in der Hand haben. Das Ausmalbild „Sankt Martin teilt“ aus „Mein Sankt-Martin-Heft“ zeigt genau diese Szene; Sie finden es auch in der Gratis-Probe. Hier ist die Geschichte zum Vorlesen, dazu Tipps zum Erzählen und die Bedeutung der Bräuche.
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Die Geschichte von Sankt Martin – zum Vorlesen
Vor langer, langer Zeit lebte ein junger Mann namens Martin. Er war ein römischer Soldat. Er hatte ein Pferd, ein Schwert und einen großen, warmen Mantel.
Es war ein kalter Wintertag. Der Wind pfiff, und Schnee lag auf dem Weg. Martin ritt auf seinem Pferd zum Stadttor. Da sah er einen Mann am Wegrand sitzen. Der Mann hatte kaum etwas an. Er zitterte vor Kälte und rief: „Bitte helft mir! Mir ist so kalt!“
Viele Menschen gingen an ihm vorbei. Aber Martin hielt sein Pferd an. Er hatte kein Geld und kein Brot bei sich. Er hatte nur seinen Mantel. Da nahm Martin sein Schwert und teilte den Mantel in zwei Hälften. Eine Hälfte gab er dem frierenden Mann. Die andere Hälfte legte er sich selbst um die Schultern.
Der Mann hüllte sich in den warmen Stoff und lächelte. „Danke“, sagte er leise. Martin ritt weiter – mit einem halben Mantel, aber mit einem warmen Herzen.
Martin hat noch vielen Menschen geholfen. Und weil die Menschen ihn nie vergessen haben, denken wir bis heute am 11. November an ihn. Dann tragen Kinder ihre Laternen durch die Straßen und zeigen: Ein kleines Licht kann die Dunkelheit hell machen – so wie Martin, als er geteilt hat.
Wer war Sankt Martin?
Martin hat wirklich gelebt. Er wurde um 316 in Savaria geboren, dem heutigen Szombathely in Ungarn, und wurde schon als junger Mann römischer Soldat. Die Mantelteilung soll sich am Stadttor von Amiens im heutigen Frankreich zugetragen haben. In der Nacht danach, so erzählt die Legende, sah Martin im Traum Jesus, der die Hälfte seines Mantels trug. Martin ließ sich taufen, verließ später das Heer und wurde Bischof von Tours. Er starb am 8. November 397 und wurde am 11. November begraben – deshalb ist der 11. November sein Gedenktag.
Tipps zum Erzählen und Nachspielen
- Beim Ausmalen erzählen: Während die Kinder Martin, das Pferd und den Bettler ausmalen, hören sie die Geschichte – und fragen oft von selbst nach.
- Mit einem Tuch nachspielen: Ein großes Tuch wird zum Mantel. Ein Kind ist Martin, eines der frierende Mann, und gemeinsam wird das Tuch „geteilt“. So wird aus der Geschichte ein kleines Rollenspiel für Kindergarten und Wohnzimmer.
- Fragen stellen: „Wie hat sich der Mann gefühlt?“, „Was hättest du getan?“, „Was kannst du heute teilen?“ Kinder ab 3 Jahren antworten oft überraschend klar.
- Kurz halten: Für die Jüngsten genügen die Kernsätze – kalter Tag, frierender Mann, Mantel geteilt.

Was die Bräuche zum Martinstag bedeuten
Die Laterne. Rund um den Martinstag ziehen Kinder mit selbst gebastelten Laternen durch die Straßen. Viele deuten das Licht in der dunklen Novemberzeit als Bild für das, was Martin getan hat: Er hat Wärme und Hoffnung zu einem Menschen gebracht, der allein in der Kälte saß.
Die Laternenlieder. Beim Umzug singen die Kinder. In „Ich geh mit meiner Laterne“ heißt es: „Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir.“ Die Kinder selbst sind das Licht – ein schönes Bild, über das man mit ihnen sprechen kann.
Das Martinsfeuer. Vielerorts – besonders im Rheinland – endet der Umzug an einem Martinsfeuer. Es wärmt, es leuchtet weit, und es bringt alle zusammen – Nachbarn, Familien, Kinder aus der Kita.
Die Martinsgans. Eine bekannte Legende erzählt, dass Martin später Bischof werden sollte, sich aber aus Bescheidenheit in einem Gänsestall versteckte – und die schnatternden Gänse verrieten ihn. Daher, so heißt es, kommt die Martinsgans. Historisch spielt auch mit, dass um den Martinstag früher Abgaben fällig waren und vor der Fastenzeit vor Weihnachten noch einmal festlich gegessen wurde.
Weckmann und Martinsbrezel. Je nach Region gibt es zum Martinstag Hefegebäck zum Teilen: Weckmänner – in Westfalen und Teilen Norddeutschlands Stutenkerle genannt – oder, etwa im Südwesten, Martinsbrezeln. Hier wird die Geschichte ganz praktisch: Jedes Kind bricht ein Stück ab und gibt es weiter, so wie Martin seinen Mantel geteilt hat.

Teilen im Alltag – die Botschaft für Kinder
Im Kern geht es am Martinstag um eine einfache Frage: Wem kann ich heute helfen? Kinder können darauf eigene Antworten finden – ein Spielzeug ausleihen, ein Bild verschenken, einem anderen Kind beim Anziehen helfen. Kleine Karten mit Sätzen wie „Ich teile mit dir!“ oder „Ich helfe dir!“ machen diese Idee sichtbar und lassen sich nach dem Umzug verschenken.
Wie Sie die passende Laterne für Ihr Kind auswählen und die Woche bis zum Laternenumzug planen, lesen Sie im Überblick Laternen basteln mit Kindern.
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